Premium-Rollwanderwege

Qualitätskriterien für Premium-Rollwanderwege

Kernkriterien

  1. Weglänge
    Der Weg sollte mindestens 3,5 Kilometer lang sein, um auch eine mittellange Anfahrt (ein bis anderthalb Stunden Anfahrt) zu rechtfertigen und die Anzahl der potenziellen Nutzer zu erhöhen. Als maximale Weglänge empfehlen wir sieben Kilometer.
  2. Wegbelag
    Angenehme (auch optisch angenehme) Oberflächenqualität ohne Hindernisse, die für Rollstühle, Rollatoren, Pflege-Buggys und Kinderwagen bequem zu befahren sind. Bevorzugt wassergebundene Decke und Holzbohlenwege. Der Asphaltanteil ist bei 25% der Gesamtlänge gedeckelt.
  3. Wegbreite
    Möglichst unter 1,20 Meter Breite, Minimum 90 Zentimeter Breite. In Sichtweite ist für Ausweichflächen (1,80 x 1,80) zu sorgen. Maximale Wegbreite 1,80 Meter.
  4. Schnurgerade Wegabschnitte
    Wegabschnitte, die mehr als 200 Meter sichtbar geradeaus führen, dürfen in der addierten Summe nicht über 20 Prozent des Gesamtweges ausmachen.
  5. Markierung und Wegweisung
    Es muss gemäß den Grundregeln des Deutschen Wanderinstituts unverlaufbar markiert werden. Regelmäßige Wegweiser (spätestens nach 1,2 Kilometern) sorgen für Orientierung der „Rollwanderer“.
  6. Neigung des Weges
    Längsneigung idealerweise maximal 3%. Auf Wegabschnitten bis zehn Metern darf die Längsneigung nicht 6% überschreiten. Querneigung maximal 2,5 %.
  7. Toilette
    Am Start des Weges muss sich eine behindertengerechte, barrierefreie Toilette befinden.
  8. Start-Portal
    Das für Premiumwanderwege übliche Startportal muss in einer Höhe angebracht werden, dass Rollstuhlfahrer bequem darauf schauen können.
  9. Rastplätze
    Auf dem Weg sind mindestens zwei Rastplätze mit Tisch-Bank-Kombinationen einzurichten. Die Bänke müssen an beiden Seiten verkürzt sein, so dass Rollstuhlfahrer bequem an die Bank heranfahren können.
  10. Parkplatz
    Am Start des Weges muss sich ein Parkplatz mit mindestens fünf Rollstuhl-Parkplätzen befinden.
  11. Abwechslung pro Kilometer
    Um Langeweile auf dem Weg zu vermeiden, muss sich das Landschaftsbild einmal pro Kilometer ändern. Also zum Beispiel von Wald zu Feldflur, von Feldflur zu Bachlauf/Teich, von Freifläche zu Tal, von Streuobstwiese zu Wald.
  12. Gastronomie
    Verpflichtend ist ein gastronomisches Angebot am Weg. Das kann auch eine Art Kiosk-Betrieb oder eine Selbstverpflegungsstation sein.

Wahlkriterien

Von den folgenden neun Wahlkriterien müssen mindestens fünf erfüllt werden.

  1. Waldanteil
  2. Markante, wahrnehmbare Gewässer (Bach, Teich, Fluss, See, kleiner Wasserfall)
  3. Fluranteil (Mager-Wiesen, Streuobstwiesen, Felder)
  4. Fels- Wahrnehmbare Felsen, gerne auch große Findlinge am Wegrand.
  5. Tiere (Wildpark, Weidevieh, Ziegenprojekte, Streichelzoo)
  6. Spielplätze (wenn Spielplatz dann zwingend auch mit Korbschaukel, die von behinderten Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen genutzt werden können.
  7. Aussicht (Aussicht mit Öffnungswinkel größer als 90 Grad, Weitblick mehr als fünf Kilometer und angenehmen „Bildinhalt“.)
  8. Kunst am Weg, gerne aus Lebenshilfe-Einrichtungen.
  9. Infotafeln zur Region, speziellen Landschaft, landwirtschaftlichen Nutzung.

Datum: 10.10.2026
Online: https://www.wanderinstitut.de/premium-rollwanderwege/kriterien/
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